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	<description>Kommunikation, Agentur, Unternehmenskommunikation, Internet, Filmproduktion, Grafik, Fotografie, Beratung, Analyse - Magdeburg, Sachsen-Anhalt</description>
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		<title>Ideenräume und Zeitzeilen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 02:18:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Manchmal steht man so herum in der Welt, an einem Bahnhof, einem Straßenübergang, auf freiem Feld oder mitten in einer Menschenmenge. Meist ist man ein Teil der Bewegung, die um einen herumströmt und man strömt selbst. Über eine geografische Route, &#8230; <a href="http://coggy.de/ideenraeume-und-zeitzeilen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal steht man so herum in der Welt, an einem Bahnhof, einem Straßenübergang, auf freiem Feld oder mitten in einer Menschenmenge. Meist ist man ein Teil der Bewegung, die um einen herumströmt und man strömt selbst. Über eine geografische Route, aus der Absicht zum Ziel oder aus dem bloßen Wollen nach Veränderung zur hoffentlich neuen und handlungsfähigen Identität. Aber herum steht man oft. Und kommt auf Gedanken, die als Bewegungen zwischen den Zeilen der eigentlichen Bewegung manchmal offen im freien Raum stehen. Und Zeit wird sichtbar. </p>
<p>Gebannt und still steht man da unter dem Himmel, der die Erde abschirmt und der doch den Blick auf die Sterne und die Möglichkeit von Sternen erlaubt. Kurze gegenseitige Augen-Blicke. Voreilige und manchmal präzise Musterungen. In dem Raum in dem die Zeit ist und dem doch auch die Bewegung entlang der organisierten Infrastruktur fließt. </p>
<p>Manchmal weiß man nicht genau wohin und wofür man sich wenden soll. Es ist ja klar, dass alles was passiert auch ist. Dass der Strom der organisierten Muster genauso ist und stark ist, wie die Zeilen, die die Zeit oben über die Köpfe und Häuser in den leeren Raum schreibt. </p>
<p>Der Raum der Ideen über den Köpfen der Bewegungen. In dem man sehr sicher und sehr aufgehoben als Mensch einfach stehen kann. In den man hineinblickt und zartzärtlich  erschaudert im Angesicht jener Ideen und Möglichkeiten. Der Raum in dem keine machetenbewaffneten Reiter blindtobend, sinnlos blökend Köpfe abschlagen. Ein erhabener Raum. Ein Raum in Zeit und Zeit in Raum. Der mit erkundendem Blick und in-Welt-sein leicht zu entdecken ist. Vorm Bahnhof, an einem Straßenübergang, auf freiem Feld,  in der Fabrik oder irgendwo mitten in einer Menschenmenge.</p>
<p>. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . </p>
<p>Einige Blogartikel wie dieser dienen der Vorbereitung eines Buchprojektes – einer poetischen Figuration von  Anthropologie und Kulturentwicklung – über den Menschen und seine soziale und stoffliche Umwelt</p>
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		<title>Gedanken über Konfliktentstehung</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 21:48:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Schönheit im Leben entsteht durch individuelles Aufgehobensein, durch Küsse und Liebe, durch als wertschätzend empfundene Verantwortung, durch das Sehen, Wahrnehmen oder auch das Abstrahieren von Wasser, Umwelt oder Freundschaft. Durch eigene Erfolge und das Gefühl: Diese Welt hat auch &#8230; <a href="http://coggy.de/gedanken-ueber-konfliktentstehung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schönheit im Leben entsteht durch individuelles Aufgehobensein, durch Küsse und Liebe, durch als wertschätzend empfundene Verantwortung, durch das Sehen, Wahrnehmen oder auch das Abstrahieren von Wasser, Umwelt oder Freundschaft. Durch eigene Erfolge und das Gefühl: Diese Welt hat auch etwas mit mir zu tun.</p>
<p>Menschen, die solche Erfahrungen machen dürfen, fühlen sich ganz von sich aus aufgehobener in der Welt. Manche macht Selbstverwirklichung glücklich, andere Geld, manche die Berührung der so lang ersehnten Lippen auf den eigenen. Wir sind verschieden und haben ganz unterschiedliche Anforderungen an unsere jeweilige “perfekte Welt”. Manche sind glücklich in kreativem Erfolg. Manche  arbeiten für Rüstungsunternehmen und fühlen sich glücklich, weil ein Panzer gut funktioniert und weil er besser ist, als der andere Panzer. Andere sind glücklich im Pazifismus, in der Sozialität, in der freundlich-lachenden Gemeinsamkeit. Für jeden Menschen ist ein anderer Lebensentwurf der persönlich richtige.</p>
<p>Erst im Kontakt und Aufeinandertreffen der verschiedenen Lebensentwürfe entstehen intersubjektive, gruppenbasierte oder gar gesellschaftliche Konflikte, weil Lebensentwürfe oft ein konkretes Handeln und Denken nach sich ziehen, das vom jeweils anderen als unrichtig gesehen und nachfolgend vielfältig sanktioniert wird. Der andere Lebensentwurf wird in Form des anderen Menschen vom eigenen Lebensentwurf abgeschieden und getrennt. Kontakte und gar Freundschaften werden vermieden, wodurch auch Kommunikation vermieden wird.</p>
<p>Wie aber entsteht der Lebensentwurf des Individuums? Wie will man Menschen verantwortlich machen für die Identität, die sie entwickelt und herausgebildet haben? Ist das Individuum selbstverantwortlich für jene Worte oder Reden der Eltern oder Lehrer, für die adaptierten Mechanismen ihrer relevanten sozialen Realität und Umwelt? </p>
<p>Die soziale Umwelt bewertet das Handeln, das aus den unterschiedlichen Lebensentwürfen heraustritt meist pragmatisch und im Sinne eines jeweiligen temporären Verständnisses von Handlungsnormalität und entwickelt daraus ihr spezifisches Verständnis von <i>Normativität</i>. </p>
<p>Beim Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen, Religionen oder Ideologien greifen jedoch übliche Sanktionsmechanismen oft nicht mehr, da die Lebensentwürfe jener anderen Individuen nicht nur in Bezug auf wenige Parameter differieren, sondern sich manchmal umfassend in einem anderen Raum von Kommunikation und Identität bewegen. Jene Hilflosigkeit in Bezug auf das fehlende Verständnis von Unterschieden führte im Lauf der Geschichte oft zu jenen kollektiven Angst- und Abwehrmechanismen, die wir zum Beispiel als Krieg bezeichen. </p>
<p>Im Zusammenhang der quasi metaphysischen Präsenz der eigenen unverständlichen Endlichkeit, den oft leidensgeprägten Herausforderungen des individuellen Lebens, den Naturkatastrophen und der Konfrontation mit jenen oft schwer nachzuvollziehenden menschlich-animalischen Seinszuständen, wie Wut, Tötung, Schreien oder sogar rational basierten Organisiertheiten wie Vernichtungslagern, kann dann der (metaphorische) Begriff des Bösen entstehen, der dann über die Zeit ein kulturelles Eigenleben und eine wesentliche Dimension im Individuum und in Gesellschaften entfalten und einnehmen kann.</p>
<p>Die gegenseitige Zuschreibung des Bösen wird zu einer allgemeinen metaphysischen Kategorie. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die <i>Zuschreibung von Bosheit</i> Prozesse wie Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung nicht aufhebt. Vielmehr bewegt sich die Zuschreibung von Bosheit in ihrer Handlungsbereitschaft oft selbst schon auf der Ebene jener Bereitschaft zur Übertretung menschenwürdigen Verhaltens. In jedem  Menschen, der zum Beispiel ideologisch tötet, diskriminiert oder ausgrenzt lebt vielleicht das “Böse” fort, das sich an sich selbst nährt. Der jeweilige Inhalt, die eigentliche Idee oder die bessere Wertvorstellung treten durch die Aufstellung einer Armee immer in jene Verantwortung in der sie eigentlich nicht sein wollten. Wir moderieren solche Prozesse mit Begriffen wie “Sachzwang” oder “Notwendigkeit”.</p>
<p>Als die russische Revolution die Armut und die Notlage von Millionen Menschen beseitigen wollte, hat sie sich gleichzeitig im machthabenden einzelnen Individuum dazu aufgemacht, alles zu beseitigen, was irgendwie anders war. Nicht mehr jener konkrete Begriff der menschenzugeneigten Veränderung war wesentlich. </p>
<p>Der Begriff der Revolution entfaltete eine grausame Eigendynamik, die alles und alle hinwegfegte, die nicht in jenes als richtig bestimmte Muster gepasst haben, das der Zeitgeist vorgab. Das Muster sogar änderte sich von Tag zu Tag und letztlich hat sich eine Veränderung einen Weg gebahnt, die Verantwortlichkeit – spätestens ab der 3. Hierarchiebebene – nur noch als Schrei nach Selbstermächtigung verstand. Das Individuum hat jene Möglichkeiten höchster Transformativität dazu genutzt, sich selbst von allen inneren Widersprüchen zu befreien – oft in erster Linie durch ideologisch legitimierte Gewalt. </p>
<p>Betrachtet man jedoch jene individuellen Formen solcher aufprojizierten Handlungsmuster, dann lässt sich möglicherweise oft feststellen, dass konkrete individuelle Handlungen als solche, der ihnen zu Grunde liegenden initiativen Idee zutiefst widersprechen. So hat Karl Marx, als er – im Angesicht des Leids und der Armut und vielen Menschen – seine Gedanken zu Papier gebracht hat, sich sicherlich nicht gewünscht, dass – sogar unabhängig von ihrer Klassenzugehörigkeit – Millionen von Menschen in seinem Namen aufgrund ideologisch zugeschriebener GEDANKENFALSCHHEIT oft grausam zu Tode gebracht werden.</p>
<p>Es besteht einfach wohl zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft und oft zwischen Gesellschaften jene sehr relevante Schwierigkeit des grundsätzlichen, inneren gegenseitiges Verständnisses. Manchmal aber werden Unterschiede zu Ideologien überhöht, Geschlechter werden in die Abstraktion des gesellschaftlich moderierten Nichtverständnisses geführt und das Individuum empfindet sich im Zeitraum von stark verändernden Gefügen in der Notwendigkeit, sich gegenüber weiteren Veränderungen über ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis von der Entwicklung abzuschotten. (Siehe: Émile Durkheim: &#8220;Le suicide: Étude de sociologie.&#8221;)</p>
<p>Ähnliche Phänomene können wir auch heute beobachten. Wir fragen uns zum Beispiel, warum der Westen und jene als so bezeichneten Terroristen nicht oder kaum miteinander kommunizieren können oder wollen. Warum wir unsere hart und blutig erlangten Grundrechte hier im Westen aufgeben angesichts einer anderskulturellen &#8220;Gefahr&#8221;. (Oliver Stone hat hier mit seinem Dokumentarfilm &#8220;Persona Non Grata&#8221; über den Nahostkonflikt hervorragende Inneneinsichten in diesen Prozess ermöglicht.)</p>
<p>In der einfachen Sichtweise lässt sich davon ausgehen, dass bestimmte relevante Mächte die möglichen Verbindungen nicht wollen, da sie sich am Konflikt bereichern. Solche Sichtweise war schon immer Grundkern jener Interpretation und kreiert aus sich u.a. jene Feindbilder, die wieder nur gleiches Elend nach sich ziehen. Diese Sichtweise ist in Bezug auf zukunftorientierte Ausrichtungen insofern vernachlässigbar, da – wie oben beschrieben – nicht in erster Linie jene Bereicherung steht, sondern diese als eine anthropologische <i>Folge</i> der noch immer bestehenden starken Unfähigkeit zur individuellen Fähigkeit des Erkennens und Antizipierens anderer komplexer Muster von Identität und komplex-varianten Lebensentwürfen zu verorten ist. (s. Simmel) </p>
<p>Im Angesicht des Geschehens und unter Berücksichtigung geschichtlicher Bewegungen ist es vielleicht (und abhängig von zugeschriebenen Machtebenen) vielmehr so, dass wir Menschen durch unser spezifisches In-die-Welt-gestellt-Sein eben im Sinne unserer jeweils ermöglichten Identitäten einfach immer so handeln, dass es uns als gut erscheint. </p>
<p>Aus der Sicht des anderen bildet das Schöne des wieder anderen oft eine spannende, neue und inspirierende Wirklichkeit ab. Manchmal aber findet sich in jenem Neuen nur eventuell, bedingt oder: gar nicht das eigene Schöne; die eigene Wahrheit, das Richtige und das lohnenswerte Ziel von Bewegung, sondern möglicherweise in manchen Zusammenhängen und Fällen auch jenes kategorische “Böse” von dem hier die Rede ist – auch wenn wir bis heute kaum einmal annähernd wissen <i>warum</i>.</p>
<p>Das spontan-mutige gemeinsame Weihnachtsfest der Soldaten im ersten Weltkrieg weist als Beispiel ganz klar auf einen Zusammenhang hin, in dem viele Schranken, Muster, Abweisungen und Zuschreibungen im Angesicht des höchstwahrscheinlichen Verlusts von Leben, Identität, Familie, Liebe und auch Wahrheit fallen gelassen wurden, um ganz einfach, ganz simpel, ganz banal nur ins Leben zu treten, nur einfach da zu sein und nur einfach gemeinsam zu erkennen, um welch radikal relative Wahrheit es sich bei all jenen Mustern handelt, in denen wir unsere tagtäglichen Strukturen und Verbindlichkeiten abbilden, wahrnehmen und leben.</p>
<p>. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . </p>
<p>Einige Blogartikel wie dieser dienen der Vorbereitung eines Buchprojektes – einer poetischen Figuration von  Anthropologie und Kulturentwicklung – über den Menschen und seine soziale und stoffliche Umwelt</p>
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		<title>Metaphysisches Sein</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 02:45:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sein ist Wahrnehmung. In allen Kulturen und in jeder Ideologie ist Sein auch Fähigkeit zur Kommunikation. Ob in Fragen zur gesellschaftlichen Entwicklung oder in Fragen zur besten Verantwortlichkeit gegenüber Kindern. Sein ist Sein. Unabhängig von Ideologie oder Technologie. Unabhängig von &#8230; <a href="http://coggy.de/metaphysisches-sein/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sein ist Wahrnehmung. In allen Kulturen und in jeder Ideologie ist Sein auch Fähigkeit zur Kommunikation. Ob in Fragen zur gesellschaftlichen Entwicklung oder in Fragen zur besten Verantwortlichkeit gegenüber Kindern. Sein ist Sein. Unabhängig von Ideologie oder Technologie. Unabhängig von Wirtschaft, Ausrichtung oder individuellem Sehen. </p>
<p>Existenz bezieht sich auf interpretative Muster und ist doch auch ohne temporär existente Muster lebensfähig, identisch und wahr. Sobald Muster im möglichen Raum der Wahrnehmung sich für das Individuum als identifikativ zeigen und das Indiviuum sich perzeptiv, emotional und kognitiv in solchen Mustern wiedererkennt, dann entsteht vielleicht so etwas wie der individuelle Wunsch zur Kommunikation, der in vielen Fällen auch eine konkrete, bildsprachliche (nach außen gerichtete) Kommunikation nach sich zieht.</p>
<p>Die Räume solcher Selbstidentifikation sind vielgestaltig und grundsätzlich auch moralisch unbestimmt. Die gesamte und ganze Vielfalt real existenter, auf der Welt vorhandener Ansichten und Ausrichtungen ist in solchen Räumen identifikativ zu Hause. </p>
<p>Wenn solche in sich geborgenen Identifikationen, die nicht selten Identitäten sind, aufeinander treffen, dann entbrennt sehr oft ein Konflikt um die jeweilige Wahrheit der Anschauung von Welt. Sei es in zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es zwischen Gruppen, Ländern, Kulturen oder Religionen. </p>
<p>Ganze Gesellschaftsgefüge richten sich dann oft danach aus und begeben sich in den Kampf oder den Krieg um die jeweils scheinbar wirkliche Wahrheit, nur um im Lauf der Zeit zu erkennnen, dass ihre Muster, dass die eigenen Indentifikationsräume auch relativ sind. Woraufhin sich nicht selten interkulturelle Bewegungsräume ergeben, die nach einer gewissen Zeit dann wieder nur im eigenen Sein und in der eigenen Identität, Wahrheit für sich neu in Anpruch nehmen.</p>
<p>Die Frage, die der aufmerksame Beobachter und die aufmerksame Beobachterin sich angesichts solcher Muster stellen ist dann vielleicht die: Wie kann ich solches Leben an mir so vorbei fließen lassen, dass ich vom Zeitpunkt des Eintritts in die kognitive Wahrnehmung bis zum Tod meiner materiellen Existenz so in Liebe, Geborgenheit, Berührung und Aufgehobensein existent bin, ohne von jenem überrollt, ignoriert und  mitgenommen zu sein?</p>
<p>Nahezu offensiv haben sich mit großer Wahrscheinlichkeit Persönlichkeiten wie Jesus, Mutter Theresa oder Gandhi dieser Frage in ihrem Sein und in ihrer Existenz ausgesetzt. Es ist gut, wenn manche über die Zeit immer wieder in solche Verantwortung treten. Es ist aus dieser Sicht jedoch nicht so, dass das bloße So-Sein automatisch bedeutet, immer alles indviduell Schöne für sich selbst auch aufgeben zu müssen. Ein wenig nicht-metaphysische Geborgenheit und Identität sei in solchem Rahmen möglicherweise ebenfalls auch und vielleicht erlaubt.</p>
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		<title>Videoüberwachung</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 20:23:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es hat schleichend angefangen. In Banken und um Objekte mit sensibler Sicherheitsstufe. Dann kamen öffentliche Plätze und Gebäude, dann Flughäfen, Bahnhöfe, Einkaufszentren, Firmengelände und Straßenbahnen. Nun sind es Supermärkte, private Wohnhäuser, sogar Tante-Emma-Läden und Züge des Nahverkehrs (im exklusiveren Fernverkehr &#8230; <a href="http://coggy.de/videoueberwachung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_1949" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img src="http://coggy.de/wp-content/uploads/videoüberwachung-kameraüberwachung.jpg" alt="Überwachungskameras an einem Mast" title="Videoüberwachung Kameraüberwachung" width="320" height="211" style="float:left;margin:0 20px 20px 0;" class="size-full wp-image-1949" /><p class="wp-caption-text">Durch Überwachung werden keine Probleme gelöst, sondern nur örtlich verschoben | Foto © Alexander Kataytsev – Fotolia.com</p></div> Es hat schleichend angefangen. In Banken und um Objekte mit sensibler Sicherheitsstufe. Dann kamen öffentliche Plätze und Gebäude, dann Flughäfen, Bahnhöfe, Einkaufszentren, Firmengelände und Straßenbahnen. </p>
<p>Nun sind es Supermärkte, private Wohnhäuser, sogar Tante-Emma-Läden und Züge des Nahverkehrs (im exklusiveren Fernverkehr traut sich die Deutsche Bahn noch nicht). Bald werden es Artzpraxen, Zimmer in Krankenhäusern, Arbeitsämter, Kindergärten, Schulen und möglicherweise Wohnungen sein. </p>
<p>Es scheint, als mache die Überwachungslust vor nichts und niemandem halt. Obwohl wir in einer der sichersten aller Gesellschaften leben, lassen wir uns davon überzeugen, dass Überwachung alles noch sicherer macht. Schließlich schützen die Kameras die Polsterbezüge in den Straßenbahnen und in den Nahverkehrszügen, sie schützen die <a href="http://www.zeit.de/2007/03/Big-Brother" target="_blank">Straßen vor Kaugummipapier</a> (siehe England) und die Bahnhofsvorplätze vor nicht integrierten Jugendlichen und Obdachlosen. </p>
<h2>Ein Anzeichen für die Hilflosigkeit von Behörden</h2>
<p>Für den Opferschutz, der uns in Bezug auf die Überwachung vorgegaukelt wird, sind sie leider nicht zu gebrauchen. Allenfalls die Staatsanwälte können sich über erfolgreiche Prozesse freuen, wenn die Täter im NACHHINEIN zu einer scheinbaren Rechenschaft gezogen werden. Den Opfern helfen die Kameras nicht. Opfer könnten vermieden werden, wenn wir uns an den richtigen Stellen frühzeitig um <a href="http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/gravierende_probleme_ausgegrenzte_jugendliche_155175.html" target="_blank">Kinder und Jugendliche</a> kümmern würden. Wenn wir mit effektiven sozialen Maßnahmen Integration von sozial Schwachen und Migranten förderten. Wenn Kommunen nicht zunehmend das Geld für Jugendclubs und SozialarbeiterInnen zusammenstreichen müssten.</p>
<p>Wieviel Energie, wieviel gestalterisches Zukunftspotenzial steckt eigentlich in all diesen Menschen, denen wir keine Option zur konstruktiven Selbstentfaltung anbieten können? (Beispiel: Occupy Bewegung) Wieviel Zukunft geht uns eigentlich tagtäglich verloren, weil wir jene Bildung, die wir selbst genießen durften, oft nicht mehr in uns tragen? Ist es nicht Ausdruck größten gesellschaftlichen Unvermögens, dass das, was wir als &#8220;Vandalismus&#8221; bezeichnen heute fast als genetisches Merkmal ganzen Bevölkerungsgruppen pauschal zugeschrieben wird? Bedeutende Propheten der menschlichen Entwicklungsgeschichte hätten vielleicht gesagt: &#8220;Man zeige mir diejenigen, die nicht eigentlich aufgehoben und anerkannt in der Gruppe Teil von gemeinsamer konstruktiver Entwicklung sein wollen.&#8221; </p>
<p>Wie so oft aber gehen wir in Deutschland und anderen Ländern lieber den Weg der oberflächlichen Beschönigung anstatt uns fundiert, nachhaltig und sozial verantwortlich mit den wirklichen gesellschaftlichen Problemen auseinanderzusetzen. Lieber vertreiben wir am Hamburger Hauptbahnhof Obdachlose mit hochkultureller klassischer Musik in Stadtviertel, die demnächst aus lauter administrativer Ohnmacht nur noch sich selbst überlassen werden können. Segregation sei Dank. </p>
<p>Endlich können wir unsere eigenen Actionfilme über verfeindete Gangs drehen, wir haben sie ja jetzt bald im eigenen Land. (Man wird sich im schlechten Fall die Zeiten, in denen wir lediglich mit Graffiti als Protestmoment konfrontiert waren zurück wünschen.) Gut, dass wir nicht rechtzeitig vernünftig reagiert haben. Hauptsache wir können via Video aus Hubschraubern oder abends im TV aus sicherer Entfernung zuschauen, wie Menschen irgendwo in unserem Land zusammengeschlagen werden.</p>
<h2>Sicherheitstechnologie ≠ Sicherheit</h2>
<p>Den Vertretern aus der Sicherheitsindustrie kann das nur lieb sein. Solchen Akteuren zum Beispiel, die sich dafür engagieren, dass in den Krimiserien von <b>ARD</b> und <b>ZDF</b> auffällig oft – und dramaturgisch meist schlecht etabliert – DNA-Analyse und Videoüberwachung eine handlungsbestimmende Hauptrolle haben. Gern überzeugen sie in verständnisvoller Anteilnahme kleinbürgerliche Verantwortliche in den Kommunen und Institutionen davon, dass ihre Sitzpolster nur mit Kameras vor marodierenden Jugendlichen und &#8220;Asozialen&#8221; zu schützen sind. </p>
<p>Dabei ist vielen Handelnden selbst in vielen Fällen wohl möglichwerweise kaum bewusst, zu welcher gesellschaftlichen Kultur des Misstrauens sie oft beitragen und dass perspektivisch ihre freie unternehmerische Bewegung – als auch ihre private selbstbestimmte Entfaltung – eventuell durch die Heranreifung neuer ideologischer Dominanzmuster so bald und in dieser Form kaum mehr möglich sein werden. </p>
<p>Sicherlich: Zukunft lässt sich nicht voraussehen. Im Sinne Kants lässt sich aber sagen: Wenn es in der Gegenwart Bewegungen gibt, die wesentliche Errrungenschaften für den zwischenmenschlichen Austausch – wie die Möglichkeit der freien Entfaltung des Individuums – gefährden, dann sollte man sie nicht <b>unbedingt</b> auf Händen in die Zukunft tragen.</p>
<p>Des Ostens angeblich liberalste Stadt Leipzig ist mit großflächiger Videoüberwachung schon sehr frühzeitig erzkonservative Wege gegangen und tut es bis heute.</p>
<p><div class="wp-caption alignleft" style="width: 320px"><a href="http://arstechnica.com/gadgets/guides/2011/01/one-mans-journey-through-the-world-of-unsecured-ip-surveillance-cams.ars"><img src="http://coggy.de/wp-content/uploads/ars-technica-unsecured-IP-security-cameras.jpg" alt="Screenshot ars technica Artikel &quot;Unsecured IP security cameras&quot;" title="Screenshot ars technica Artikel &quot;Unsecured IP security cameras&quot;" width="300" height="351" class="alignleft size-full wp-image-1965" style="float:left;margin:0 20px 20px 0;" target="_blank" /></a><p class="wp-caption-text">Screenshot Webseite ars technica, Artikel &quot;Unsecured IP security cameras&quot;</p></div> Auf die Idee, dass Pädophile, Kleinkrimininelle UND Großkriminelle vielleicht auch HINTER den Kameras sitzen, darüber haben die gutbürgerlichen Sittenwächter wahrscheinlich noch nicht nachgedacht; darüber, dass jeder über das Internet gesendete Kamerastream allen möglichen unsittlichen Menschen mit ein wenig IT-Sachverstand, einen Einblick in privateste Wohn- und Lebensverhältnisse von Menschen geben kann. (<a href="http://www.plerzelwupp.de/google-hacks-ueberwachungskameras-anzapfen/" target="_blank">Link 1</a> | <a href="http://arstechnica.com/gadgets/guides/2011/01/one-mans-journey-through-the-world-of-unsecured-ip-surveillance-cams.ars" target="_blank">Link 2</a>) </p>
<p>– Einblick in die private Zwischenmenschlichkeit und Identität von Eltern und ihren Kindern, von allen Menschen, die sich in ihrem Alltag bewegen – in Regionalzügen der Deutschen Bahn, in Straßenbahnen, in Einkaufszentren und auch in Kitas und Schulen. </p>
<p>Wir wissen nicht, wer hinter den Monitoren sitzt. Wieso gestatten wir es wildfremden Menschen, uns beim Schlafen, Atmen, Küssen und Naseschnauben zuzusehen? Wieso ist dieser <b>Voyeurismus</b> nicht sittenwidrig? Er <b>ist sittenwidrig</b> und verstößt gleich gegen mehrere <b>Grundrechte</b> auf einmal, aber wir müssen ihn in Kauf nehmen, weil wir die Deutsche Bahn benutzen MÜSSEN, wenn wir mobil sein wollen – weil es dazu gehört, öffentliche Plätze zu überqueren und sich überhaupt als Mensch in Gesellschaft und Stadt zu bewegen. </p>
<p>Wieso müssen wir uns der Kleingeistigkeit von Trends beugen, denen zur <b>Sicherung der demokratischen Zivilgesellschaft</b> nichts Besseres einfällt, als zu kontrollieren, ob Gehwege, Polster und Hausfassaden sauber bleiben, anstatt dafür Sorge zu tragen, dass Menschen fit gemacht werden für die anspruchsvollen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft?</p>
<p>Wie kommen Menschen eigentlich auf die komische Idee, eine bestimmte Technologie oder Methode – wie Kameraüberwachung – wäre eine Garantie für Rechtmäßigkeit, Ordnung (vgl. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entropie_(Thermodynamik)#Entropie_in_der_Thermodynamik" target="_blank">Scheinordnung</a>) und Rechtsstaatlichkeit per se – eine Methode für eine gute und zukunftssichere gesellschaftliche Entwicklung an sich – also allein aus sich selbst heraus? Weil sie keine Lust auf ihre soziale Verantwortung und auf anstrengende gesellschaftliche Arbeit haben? Überlassen sie deshalb ihre Verantwortung Akteuren, die noch weniger Lust auf gesellschaftliche Gestaltung haben?</p>
<h2>Nur Interesse an der Ordnung im Kleinsten</h2>
<p><div class="wp-caption alignleft" style="width: 320px"><img src="http://coggy.de/wp-content/uploads/mvb-magdeburger-verkehrsbetriebe-300x152.jpg" alt="Magdeburg 2011 - eine Gruppe schwarz gekleideter Männer - die offiziellen Kontrolleure der Magdeburger Verkehrsbetriebe" title="MVB Magdeburger Verkehrsbetriebe" width="300" height="152" style="float:left;margin:0 20px 20px 0;" /><p class="wp-caption-text">Beispiel Magdeburg: Kameraüberwachte Straßenbahnen und schlagkräftige Fahrkartenkontrolleure – Soll das etwa die Zukunft unserer Demokratie sein?</p></div> Gerade auch in Bezug auf – für ihre Intellektualität und ihre umfassende demokratische Bildung bekannte – private Sicherheitsunternehmen kann einem hier Angst und Bange werden. </p>
<p>In Magdeburg sind wir inzwischen wieder soweit, dass ganz offiziell im <a href="http://mvbnet.de" target="_blank">Auftrag der Magdeburger Verkehrsbetriebe</a> ein schwarz gekleideter Trupp (siehe Foto links) plötzlich unvermittelt und angstverbreitend in die Straßenbahn tritt und alle Türen blockiert, bis der letzte Fahrgast daraufhin überprüft wurde, ob er ordnungsgemäß seine 1,80€ entrichtet hat. </p>
<p>Das Wort Verhältnismäßigkeit verkommt zur Farce. Wichtig ist vielen Verantwortlichen wieder einmal nur die Ordnung im Kleinsten. Perspektivlosigkeit ganzer Bevölkerungsschichten? Folter in demokratischen Gefängnissen? Missachtung von Grundrechten? Mir doch egal. Grundgesetz? Mir doch egal. </p>
<p>Diese Haltung wird insbesondere der Kreativität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft mittel- und langfristig sehr gut tun. So wie sie dem ehemaligen Ostblock sehr gut getan hat und heute z.B. Nordkorea sehr gut tut.</p>
<p>Bald nun wird die Sicherheit in unserem Land in den Status der absoluten Vollkommenheit treten, bald werden über jeder Straße und über jedem Platz <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13787973/Ueber-Deutschland-sollen-schwere-Drohnen-fliegen.html" target="_blank">Drohnen mit Kameras</a> friedlich surren und uns allen glückselig zurufen: Nutze deine Rechte! Entfalte dich frei und ungezwungen! Wir sagen dir, WIE das zu geschehen hat.</p>
<p>. . . . . . . . </p>
<p><b>Zusatz:</b><br />
Eine Gesellschaft, in der Menschen sich gegenseitig sehr transparent und offen verhalten, in der Probleme und Schwierigkeiten nicht versteckt und überdeckt werden, wäre eine schöne Gesellschaft. Leider ist es so, dass vor allem jene Unternehmen und politischen Institutionen, die über die Technologien zur umfassenden Überwachung verfügen, selbst überhaupt nicht bereit sind, auch nur ansatzweise offen und transparent zu sein. </p>
<p>Eine interessante These diesbezüglich würde davon ausgehen, dass sich in solchen Unternehmen und Institutionen solche Individuen zusammenfinden, die unter frühkindlichen Schädigungen des Grundvertrauens leiden. Deshalb lieben solche Akteure auch die Überwachung und Analyse (z.B. Diktatoren, Geheimdienste). Sie gibt ein Gefühl der Stärke. Sie nährt die neurotische Verletzung. (siehe Erich Fromm) </p>
<p>. . . . . . . . </p>
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		<title>Bewegungen, Muster und Identitäten</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 00:46:39 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen, die in Visionen, Romanen oder Geheimdienstszenarien Zukunft beschrieben haben, werden vielleicht nicht Recht behalten. Es wird keinen totalitären Überwachungsstaat à la George Orwell geben. Es wird zwar vielleicht so sein, dass Gedanken von technischen Geräten ausgelesen werden und dass Menschen dann durch diese Technologie fremdbestimmt sein werden. Aber Menschen sind zum Teil schon seit dem Anbeginn von Kommunikation fremdbestimmt. Vielleicht ist es sogar so, dass das, was wir als Gedanken bezeichnen, noch nicht dort ist, wo wir als Indentitäten einmal sein dürfen.</p>
<p>Es geht hier um einen ganz einfachen Sachverhalt: Dort, wo Idee authentisch verstanden wird, wirkt Idee auch authentisch. Das ist möglicherweise ein eventueller Zusammenhang von existenzieller und gegenseitiger Abhängigkeit: Das Hören setzt das Sagen voraus und das Sagen hat gehört, sonst wäre es nicht. </p>
<p>Wenn die absolute Kategorie, wenn die absolute Fremdbestimmung möglich wäre, dann wäre sie längst Realität.</p>
<p>Eine solche Entwicklung würde bedeuten, dass Evolution still steht und dass Menschen durch ihre Ideen,  Evolution aufhalten und kontrollieren könnten. Menschen aber können Evolution nicht aufhalten, denn sie sind mitten in Evolution, sie sind Teil des aktiven Bewegungsmoments von Evolution. Begriffe wie Überwachung oder Fremdbestimmung sind nur temporär gültig. Sie entsprechen vorübergehenden kulturellen Mustern von gesellschaftlicher Wahrheit.</p>
<p>Das kognitive Sehen setzt das Sein voraus – das Sein jedoch bewegt sich als erkundende und raumzeitunabhängige Möglichkeit für uns wieder nur innerhalb der von uns erkennbaren Wahrheit von Wahrnehmung und Interpretation. Sein ist und bewegt sich jedoch auch unabhängig von uns.</p>
<p>An dieser Stelle verliert (endlich) das Prinzip von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an Relevanz, da klar wird, dass Identität in Zeit zum Teil auf ein selbstidentisches Muster referenziert, das sich durch den Raum als erkundenes Bewegungsprinzip immerzu fortbewegt. Dabei werden Gesellschaften aufgebaut und abgebaut. Dabei werden Theorien entworfen, darüber, was wohl die Wahrheit sei und wie sie sich entfaltet.</p>
<p>Wir als Menschen sind vielleicht jedoch Bestandteil und aktives Moment dieser Grunderkundung. Über Kultur bauen wir Möglichkeiten auf, die Identität und Wahrheit ermöglichen. Durch Kriege zerstört Erkundung über uns temporäre Kategorien, Städte, Kulturen und Gesellschaften ohne dabei besonders empathisch oder human zu sein. Wir erklären uns gegenseitig Kriege, feinden uns gegenseitig an, weil wir verschiedene Religionen repräsentieren oder Denkmodelle, weil wir denken, dass wir jeweils in Wahrheit sind. Die Kriegserklärung und die individuelle Aggression sind dabei jedoch kaum aus der Identität des individuellen Bewusstseins heraus erklärbar. </p>
<p>Die juristischen Kategorien von Affekt, Fahrlässigkeit oder Vorsatz zeichnen eine gewisse Möglichkeit von relevanter Ansicht, die jedoch heute in vielen aktuellen Bezugsrelevanzen kaum mehr exakt genug ist, weil die philospophischen Grundlagen, auf die jene sich beziehen, nicht mehr aktuell genug sind. In den meisten Fällen drücken sich in den Handlungen des Individuums Evolution und Schöpfung selbst aus, die uns durchfließen, deren Medien wir sind und die wir nicht umfassend verstehen können – in deren bioprozessuale und perzeptiv-kongnitive  Prozesse wir als Identitäten aber gleichzeitig paradoxerweise irgendwie mündig eingebettet sind.</p>
<p>Der Humanismus versucht, dieser Bewegung eine gesellschaftliche Gegenrelevanz entgegenzusetzen. Wie andere Relevanzen, lässt und ließ es sich jedoch auch hier – durch die immer wieder aufkommende darstellende Figuration von komplexen Zusammenhängen in simplen Feindbildern – kaum vermeiden, dass Relevanz – auch im Namen des Humanismus – wieder missbraucht wird und wurde. Manchmal findet sich im Moment und über die Zeit selbst die tiefste Überzeugung von guter Wahrheit gesellschaftlich oft wieder als intolerante Ideologie von Möglichkeit – oft dann, wenn die Verantwortung für die Ausrichtung jahrtausendelanger Entwicklung, im einzelnen, konkreten Moment als Schuld auf ein Gegenüber projiziert wird.</p>
<p>Wenn jedoch Kant sagt, dass das Gute sich nicht zuerst in der Gruppe oder in der Gesellschaft als Ideologie bewegt, sondern in der konkreten Verantwortung des einen Menschen gegenüber dem anderen, dann ist dies aus dieser Sicht eine wunderbare Neuerung für die sich selbst erkundenden, ja sogar: affektiven Muster; für die sich aus allen Perspektiven aufeinander zu bewegenden und erkundenden Muster. Eine raumzeitkorrelante Schnittstelle, die sowohl im Heute als auch im Gestern und auch im Dann im von uns erkennbaren universalen Nahraum, uns eine Möglichkeit von Gemeinsamkeit und Kommunikation zur Verfügung stellt. Auch jetzt und hier und heute in fast 2012.</p>
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		<title>Addition zum Strom der Wahrheit</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 19:15:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Prozesse, Muster, Kommunikation Der Gesamtzusammenhang von Welt ist für Menschen nicht verstehbar. Es existieren unendliche Bilder vom Gesamtzusammenhang. Viele davon sind in sich schlüssig, aber mit großer Wahrscheinlichkeit ist keines davon wahr. Bilder und Zusammenhänge in Bildern sind selbst für &#8230; <a href="http://coggy.de/addition-zum-strom-der-wahrheit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Prozesse, Muster, Kommunikation</h2>
<p>Der Gesamtzusammenhang von Welt ist für Menschen nicht verstehbar. Es existieren unendliche Bilder vom Gesamtzusammenhang. Viele davon sind in sich schlüssig, aber mit großer Wahrscheinlichkeit ist keines davon wahr.</p>
<p>Bilder und Zusammenhänge in Bildern sind selbst für Lebewesen notwendig, deren kognitive Fähigkeiten nicht im Bereich menschlicher Fähigkeiten liegen. Wahrnehmungs- und Kognitionsprozesse, die letztlich die Fähigkeit zum Überleben sichern, benötigen Muster und Bilder, um den Stoffwechsel des Organismus aufrecht zu erhalten und auf physikalische oder soziale Ereignisse sinnvoll reagieren zu können – überhaupt reagieren zu können in Leben.</p>
<p>Die menschliche Kultur wird zu jeder Zeit zeitgleich von so vielen Wahrheiten überschwemmt, dass es an ein Wunder grenzt, dass interkulturelle Kommunikation überhaupt möglich ist. Dies deutet darauf hin, dass die Grundlage von perzeptiven und kognitiven Mustern und Prozessen über alle Kulturen hinweg ähnlich ist, dass tatsächlich die anthropologische Grundgesetzheit sehr umfassende Rahmenbedingungen für menschliches Sein und für Möglichkeiten von menschlicher Identität vorgibt.</p>
<h2>Der Feind als Mechanismus ohne Inhalt</h2>
<p>Solche Zusammenhänge sind über die Zeit sehr oft in allen Varianten beleuchtet worden. Und auch in der heutigen Aktualität hat das Nachdenken über Grundzusammenhänge nichts an Notwendigkeit oder Bedeutsamkeit eingebüßt. Geht es doch oft um nicht weniger als darum, wie wir als Menschen Zukunft bestehen können. Zukunft im nahen sozialen Umfeld, Zukunft als Gesellschaft, Zukunft als Menschheit.</p>
<p>Allzuoft haben aus meiner Sicht bisher Interpretationen von Zusammenhängen eine Rolle gespielt, die im anderen, im Gegner, in der anderen Kultur, dem anderen Menschen, der anderen Gruppe, die Ursachen für das wahrgenommene eigene Dilemma verortet haben. Für den konkreten Moment eines Konflikts mag dies auch vielleicht richtig sein. Langfristig betrachtet ist es jedoch auch denkbar, dass diese Konflikte vor allem den Zweck haben, transformatorische und evolutive Prozesse als solche zu ermöglichen und dass den Konflikten – bildlich gesprochen – ihr eigentlicher soziokultureller Inhalt nahezu egal ist.</p>
<p>Karl Marx zum Beispiel stellt die „Produktionsmittelbesitzer“ in den Mittelpunkt seines Feindbildes. Er sagt, die Arbeiter sind von den Werkzeugen und den Produkten entfremdet. Mit schauerlicher Logik versucht er zu beweisen, dass Werkzeuge speziell sind und den Produktionsprozess in einzelne Teile zerlegen. Die Kritik von Marx an der menschenunwürdigen Ausbeutung von Arbeitern in Ehren – aber die Grundbedingung eines Werkzeuges ist seine Spezialisierung. Nach Marxscher Logik müssten es die Produktionsmittelbesitzer sein, die von allen Produkten entfremdet sind.</p>
<p>Menschen, die mehr besitzen und Menschen, die weniger <a href="http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&#038;mode=Vernetzung&#038;lemid=GB05397" title="s. 'besitzen' im &gt; Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm" target="_blank"><i>besitzen</i></a> – um diesen scheinbaren Gegensatz dreht sich ein großer Teil unserer ganzen Welt. Aus diesem Gegensatz entwickeln sich so viele Wahrheiten und Identitäten rund um den Erdball. Heute – im Innenraum der sehr intensiven internationalen Kommunikation wird uns jedoch bewusst, dass dieser Gegensatz auch nur ein möglicher Gegensatz im Strom der Wahrheiten ist – so, wie auch diese Kommunikation nur einen möglichen Versuch von Wahrheit ab-bildet. </p>
<p>Wenn jetzt wieder davon die Rede ist, den Kapitalismus abzuschaffen, dann kann man sich eigentlich nur wundern, dass die nächste Runde der sinnlosen Gegenseitigkeitsanfeindung so unrekonfiguriert und wiederum in all ihrer einfachen Pracht so wenig neu gedacht, vorhat, erneut auf Gesellschaft blindfliegend wirken zu wollen. Ganze Systeme und Gesellschaften drehen sich aktuell um den Begriff ‘Kapitalismus‘ und um nichts mehr als einen Begriff, geht es hier. An der Wirklichkeit muss gearbeitet werden und nicht an der erneuten vollständigen ideologischen Überformung – wieder verbunden mit massenhafter Würdeverletzung; und nicht an der Ersetzung von Einzelbegriffen, die Komplexität von Welt sowieso nicht abbilden können. </p>
<p>Geht es nicht um jene Möglichkeiten, das eigene Leben in eine sinnvolle Figuration oder Konfiguration zu stellen? Konfigurationen, die interkulturell und selbst zwischen Angstidentitäten und so fort entwickelt werden können? Solche Möglichkeiten beziehen sich vielleicht in erster Linie auf eine gegenseitige soziale Verantwortung und auf eine wirkliche Fürsorge – auf die große Errungenschaft, Dinge jenseits von bestehenden Mustern sehen und verstehen zu dürfen und zu können.</p>
<h2>Kapitalismus</h2>
<p>Der Kapitalismus ist kein –ismus. Unsere Handlungen folgen anthropologischen und auch evolutiven Prinzipien. Wir stellen uns an die Spitze der Schöpfung und verstehen Kultur als rein menschliche Kreation. Das Handwerk in Deutschland wirbt damit, dass Gott sieben Tage gearbeitet hat und dass der Rest der Werkzeuge und Technologien vom Handwerk gemacht wurde.</p>
<p>Jedesmal aber, wenn wir nicht sicher sind; in jedem Moment, in dem ein Politiker oder eine Politikerin über eine wichtige neue Bewegung entscheidet, in jedem Moment, in dem eine neue Idee im Kopf eines Wissenschaftlers oder einer Ingenieurin entsteht, in jedem Moment, in dem ein neuer Roman oder ein neues global-vernetztes Video unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen; in all solchen Momenten ist Schöpfung, ist Kultur, ist Evolution, ist Handwerk, sind Beziehungen und Bewegungen.</p>
<p>Aus dieser Sicht ist es doch wahrscheinlich so, dass selbst die mächtigsten Menschen auf dem Planeten, selbst durchflossen sind von solcher Inspiration und Motivation; Dingen, die Evolution, Kultur oder Schöpfung prinzipiell – und abhängig von allem – über und in uns alle legen. Die vielleicht grauen Eminenzen, um die sich so viele Bilder bewegen, sind vielleicht gar nicht gemeint, wenn es um sie geht. Krieg, Misstrauen, Habgier und Ausbeutung bewegen sich nachweisbar in einer ganz allgemeinen und umfassenden Ebene – und definitiv über die ganze Spanne vom scheinbaren „Oben“ bis zum scheinbaren „Unten“.</p>
<p>Man kann dann natürlich sagen: Ich brauche meine Feindbild, um mich überhaupt lebendig zu fühlen. </p>
<p>Man kann aber auch sagen: Ich bin mit allem und durch alles und beobachte mit Bewunderung und Ehrfurcht, wie Universum, Welt, Sein, Gesellschaft, Liebe, Verantwortung, Bewegungen oder Identität – oder auch <i>Bilder</i> – sich entwickeln, entfalten, gegenseitig aufeinander Bezug nehmen, in Kontakt treten, kommunizieren und dann eben so temporär von Moment zu Moment einfach so sind, wie sie sich gerade jetzt eben im inspirierenden und zugleich authentischen (inner-äußeren) Spiegelbild  ihres / unseres Angesichts <i>zeigen</i> und <i>bewegen</i>.</p>
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		<title>Warenwertdebatten</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 21:24:12 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen waren ab einem bestimmten Punkt der Entwicklung dazu in der Lage, ein erkundetes Stoffkonglomerat, als Produkt zu bezeichnen. Nicht mehr also nur die Einbringung von bloßen Umweltprodukten, wie Pflanzen, Holz oder auch gejagten Tieren in die Gemeinschaft zog die meist sehr wichtige soziale Würdigung des eigenen Seins oder des eigenen Handelns durch die anderen nach sich. Auch das Hervorbringen von kreativen stofflichen Verbindungen – seien sie künstlerisch &#8211; ästhetisch &#8211; oder funktional – erlangte soziale Bedeutung.</p>
<p>Heutige Warenwertdebatten begreifen zwar, dass sie sich in spekulativem Raum bewegen; jedoch sind unsere globalen Gesellschaften zu einem Umfang von wahrscheinlich 99,84% genau auf solche Wahrheit von Zusammenhang ausgerichtet. Dies ermöglicht einerseits eine gewisse Sicherheit im interkulturellen Umgang. Andererseits ermöglicht solche Wahrheit auch oft die Reduktion von kultureller oder individueller Identität auf bestimmte Muster, die sich zum Beispiel in Form von Handel, Diplomatie oder Kommunikation sinngebend entfalten aber – so wie es wirklich ist – auch gleichzeitig destruktiv in Form von intersubjektivem Streit, Anfeindung, Krieg oder Rassismus auftauchen.</p>
<p>Die interkulturelle Anfeindung hat sehr oft im Lauf der Zeit als Grund für den „eigentlichen“ Unterschied herhalten müssen. Diesen mysteriösen, eigentlichen Unterschied zwischen Individuen, Kulturen, Wissenschaftsverständnissen, Kunstbewertungen, Hautfarben, Geschlechtern oder milieus. Die im Laufe der entwicklungspsychologischen Transformationen des Individuums sich fortwährend verändernden Definitionen des „eigentlichen Unterschieds“, mögen als Vergleichsbild für den Umstand der nahezu als willkürlich erscheinenden permanenten Veränderung von Identität und Gesellschaft angeführt sein. </p>
<p>Die Fürsorge taucht als Indentitätsparameter spätestens dann auf, wenn weder künstlerische noch funktionale noch sonst irgendwie als wichtig erscheinende Handlungen des Individuums mehr im sozialen Rahmen anerkannt werden. Die Anerkennung des Individuums im sozialen Raum ist für den durch und durch sozialen Menschen eine wichtige Grundbedingung, dessen Formulierung – angesichts der vorliegenden ideologie-tendierten Schwierigkeit einer Lösung – als Menschenrecht so gut es geht zu formulieren versucht wurde, aber bis heute nicht so geschrieben steht. </p>
<p>Der individuellle Kampf um soziales Aufgehobensein ist und bleibt eine anthroplogische Grundkonstante, um die sich individuell erlebte Welt in rasanter Geschwindigkeit täglich dreht. Noch immer werden Gesellschaften und Individuen intersubjektiv und gesellschaftlich vor allem bewertet, durch die flüchtige Relevanz des popkulturellen Mainstreams. In die aucheigentliche und vertiefende Interkommunikation des vorurteilsfreien gegenseitigen Erkundens begeben wir uns höchst selten. Wir haben Angst vor der möglichen Unbedeutendheit unserer eigenen Existenz. Diese Angst ist so groß und so umfassend, dass wir diskriminieren, nur um uns selbst irgendwie und auf irgendeine Weise in Bedeutung zu wissen. Die in der Nichtdiskriminierung liegende Schönheit von Existenz ist für uns bis zum aktuellen Stand von Entwicklung: meta-physisch. Das ist auch nachvollziebar und logisch.</p>
<p>Wie können wir uns selbst freigeben für die Gesamtheit der Dinge, wie können wir loslassen vom Ich, wenn doch soviel Ich nicht los lässt. Und was folgt auf solch eine Loslasssung? Werden wir die Weisheiten von Indianern vor der Überformung durch europäische Erkundungsprozesse wiedererlangen können – und aber wie verhält es sich mit der Interpretation von faktischen indianischen Kriegszusammenhängen vor der Berührung mit europäischen Bewegungsstrukturen? In welchem Verhältnis steht eigentlich Weisheit zu solchen anthropologischen Mustern?</p>
<p>Als der erste Mensch durch den Anblick aller himmelstrebenden Bewegungen sah, dass Welt sich dreht und Lichtpunkte da sind, wo am Tag blaue Weiten sich ausbreiten; als Striche zwischen Sternen gezogen wurden, die Umwelt abbilden – die Geborgenheit in der Vertrautheit des Nahen wünschen, da war Welt da. So wie heute Welt da ist. –</p>
<p>In dieser Erkenntnis haben Menschen Rohstoffe der Umwelt – wie Flusser es nennt – prozessiert. So wie jedes Sein – hier bei uns – prozessiert. Sein verarbeitet und ist im Werden. Die Wahrheiten sind fließend und verändern sich im Individuum und gesellschaftlich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit. </p>
<p>Warenwertdebatten sind also vielleicht sowohl zu begreifen als individuelle Zusammenkünfte, als auch gleichzeitig als gesellschaftliche Transformationsträger. Die Zuschreibung von Werten erfolgt also sowohl auf Basis von gegenseitiger individueller Interpretation als auch auf Basis von gesellschaftlicher – gemeinschaftlicher – Bewegung. </p>
<p>Wir haben das Geld erfunden, als Versuch, den Streit über den Wert von Individualität, Ideen oder Produkten am Markt zu stabilisieren und zu rationalisieren. Geld ist oft eine zielführende Metapher. Es scheint jedoch so, als ob Geld gegenwärtig (vielleicht nur vorübergehend) an Zuschreibungsfähigkeit verliert; es scheint so, als ob sich gegenwärtig eine neuere Metapher der alterwürdigen hinzufügen möchte, weil die altehrwürdige nicht mehr den gegenwätigen Zu-Stand von Welt umfassend genug ab-bilden kann. </p>
<p>Da wir uns in spekulativen Räumen mit gewissem moralischen Hintergrund bewegen, könnten wir unter Berücksichtigung der niedergeschriebenen und bestehenden Menschenrechte versuchen, ohne Gewalt auch Neues zu wagen. Die Aufgabe ist riesig und die langfristigen Folgen sind nicht absehbar. Aber vielleicht sind sowohl und gleichermaßen Nahraumverantwortlichkeiten wahrnehmbar als auch interkulturelle – inter-nahraum-universale – Bewegungen möglich.</p>
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		<title>Evolution</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 20:27:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zeit durchströmt als Atem der Welt den Raum der Dinge. Moleküle, Zellen und Bewegungen rekonfigurieren und reformatieren sich durch Zeit von Augenblick zu Augenblick. Wasser durchdringt und umfließt Teilbausteine – nahezu identitätsbegabte, stoffliche Strukturen. Wasser ermöglicht intermaterielle Kommunikation. Hüllen umschließen &#8230; <a href="http://coggy.de/evolution/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zeit durchströmt als Atem der Welt den Raum der Dinge. Moleküle, Zellen und Bewegungen rekonfigurieren und reformatieren sich durch Zeit von Augenblick zu Augenblick. Wasser durchdringt und umfließt Teilbausteine – nahezu identitätsbegabte, stoffliche Strukturen. </p>
<p>Wasser ermöglicht intermaterielle Kommunikation. Hüllen umschließen das erste zellulare Ich und grenzen es im Sichprozess vom anderen ab. Sensitive, taktile und stoffliche Erkundungen der Außenwelt. Durchflossensein von Welt und doch zarte Ichheit. In Welt. Erste vorsichtige, gemeinsame Bewegungen, Empfindungen. Plötzlich unerwartet und heftig: Berührungen; unkontrollierte Vibration von Ich und Hülle, Austausch von Lebensinformation, neues Leben durch verbundenes Ich. Varianz der Idee. Explosion der Möglichkeiten. Signalbasierte Kommunikation. </p>
<p>Wind, Wasser und aktiv bewegte Ichs als befruchtende Infrastrukturen. Bewusstsein. Sehen. Lachen. Traurigkeit über verschwundene Hüllen von Ich. Gott, Sterne, Himmel. Versuch über Kategorie. Hinfälligkeit von Kategorie. Permanent unendlicher Versuch über Wahrheit von Ich. Interstellare Flugkörper auf der unbedingten Suche nach Idee. Ideesein auf der Suche nach Idee. Hilflos, nähesuchend, verkümmert, kreischend, aufbegehrend, erkundend, aufrecht, lügend, zertrümmernd, verletzt, kreierend, zitternd, liebevoll, zart und dinggreifend blindtastend auf der Suche nach Idee. (in Idee)</p>
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		<title>Ein Europa der Möglichkeiten</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 22:52:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[1. Die gegenwärtige Situation in Europa und insbesondere in Griechenland – oder Krise wie manche sagen – wirkt in der medialen Reception manchmal, als ginge es um den Untergang des Abendlandes. Das sogenannte Abendland jedoch wird mitnichten untergehen. Zuerst deshalb &#8230; <a href="http://coggy.de/ein-europa-der-moglichkeiten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>1.</h2>
<p>Die gegenwärtige Situation in Europa und insbesondere in Griechenland – oder Krise wie manche sagen – wirkt in der medialen Reception manchmal, als ginge es um den Untergang des Abendlandes. </p>
<p>Das sogenannte Abendland jedoch wird mitnichten untergehen. Zuerst deshalb nicht, weil es sich bei den Begriffen, „Abendland“ oder „Europa“ lediglich um kulturell aufgeladene Begriffe handelt, die in letzter Konsequenz wenig anderes beschreiben, als eine Vielzahl von Menschen in einem wissenschaftlich genau definierten geografischen Raum. </p>
<p>Sicherlich, Europa ist mehr als bloßer geografisch definierter Raum. Die europäische Kultur ist im Lauf ihrer Geschichte vielfältig, tiefsinnig, innovativ, erkundend, lebendig und eben europäisch geworden. Der europäische Alltag ist kulturell in vielen Bereichen lebensbestimmend. Wo jedoch die Grenzen von Europa anfangen und wo sie enden, das ist selbst für die politischen und wirtschaftlichen Akteure z.B. im Prozess der EU-Erweiterung vielmehr Ergebnis von Verhandlungen, Gegenwärtigkeiten und Aushandlungen, denn Teil einer vorkonfigurierten Wirklichkeit.</p>
<p>Auf ähnliche Weise sind Teile der gegenwärtigen europäischen Kultur – des gegenwärtigen europäischen Alltags, Ergebnis von täglich stattfindenden menschlichen Kommunikations- und Aushandlungsprozessen. Dabei muss in kulturell ähnlichen Räumen über viele mögliche Parameter von Kultur und von Kulturentwicklung nicht mehr gestritten werden. </p>
<p>In Europa gibt es Stromnetze und Fernkommunikation, Frauen sind aktiver Teil gesellschaftlicher Gestaltungsprozesse und die in allen europäischen Verfassungen verankerten Menschenrechte sind Grundbestandteil europäisch-menschlich-kultureller Identität. Über Verletzungen solcher Grundrechte im Angesicht neuer gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen wird in Europa auf höchster politischer, juristischer und realgesellschaftlicher Ebene diskutiert und gestritten.</p>
<h2>2.</h2>
<p>Kultur legt sich in mehreren Schichten – Layern – über und in Menschen in einem kulturähnlichen Receptionsraum. Die Ausprägung von kultureller Identität bleibt jedoch trotz Ähnlichkeiten vielfältig und divers. </p>
<p>Die gegenwärtige Situation in Europa ist nicht allein eine Krise der Schulden und nicht allein Ergebis von global-finanziellen Miskonfigurationen, von Anti-Wetten und grob bösartigen Spekulationen. Wie Peter Sloterdijk in „Im Weltinnenraum des Kapitals“ anschaulich und logisch darlegt, ist die Finanzindustrie zunächst logischer Wegbegleiter eines auf Geldbasis organisierten welt- und möglichkeitserkundenden menschlichen Tauschhandels. </p>
<p>So wie jeder andere Teil von Kultur ist auch die Finanzindustrie Teil einer anthropologischen Raumzeiterkundung des nach Identität suchenden Individuums. Versicherungen beispielsweise entstehen nicht aus dem Nichts, sondern werden ermöglicht dadurch, dass anfällige Technik (Segelschiffe ohne Echtzeitfernkommunikation) eben auch untergehen. In der Häufigkeit des Seehandels ermöglichen Versicherungen – finanziert durch jeweils marginale Beteiligungen am Seehandelsgewinn – einen Handelsschadenausgleich im Falle des Handelsausfalls durch z.B. den Untergang eines Schiffes. </p>
<p>Durch die Mathematisierung der Welt gelangen sicherlich auch sehr abstrakte – und möglicherweise auch: rein spekulative – Gewinnmodelle in den Raum der realgesellschaftlichen Wirkung. Da aber wie angeführt die tatsächliche gesellschaftliche Entwicklung immer auch alle Teilbereiche von Kultur berührt, kann die Entwicklung der Finanzindustrie nicht ganz unabhängig von z.B. der  kulturellen Entwicklung in Europa gewesen sein. </p>
<p>Realgesellschaftliche Entwicklungen haben dazu geführt, dass gegen den Euro spekuliert werden kann. Realgesellschaftliche Entwicklungen haben dazu geführt, dass minimale Portfolioveränderungen Einfluss auf die Zukunftsfähigkeit ganzer Regionen nehmen können. </p>
<h2>3.</h2>
<p>Dabei scheint es manchmal, als ob realwirtschaftliche Leistungen kaum mehr von Bedeutung sind. Es scheint so, als ob die Fähigkeit einer Region zur Nahrungsmittelversorgung der Menschen in der Region, als ob die Fähigkeit zur Konzeption und Herstellung guter technischer Produkte kaum mehr überhaupt eine Relevanz hat.</p>
<p>An dieser Stelle offenbart sich die allzu offensichtliche Diskrepanz zwischen spekulativen – zum Teil rein mathematisch erechneten – Gesellschaftmodellen und der tatsächlichen Wirklichkeit einer Kultur bzw. eines Kulturraumes. Dabei geht es hier nicht um das Fehlerhafte in der Mathematik an sich, sondern um die Identität der Menschen, die sie jeweils betreiben.</p>
<p>Griechenland zum Beispiel ist nicht irgendein Land in der westlichen Welt. Griechenland ist Teil der Europäischen Union und über zahlreiche Ideen und Identitätsmöglichkeiten auch Urheber und Grundbedingung einer europäischen Kultur überhaupt. Ähnliches gilt für Italien. Und dass Berlusconi eben eine temporäre Erscheinung ist, sollte zumindest und selbst im Angesicht teils katastrophaler realgesellschaftlicher Auswirkungen eben auch zumindest in Betracht gezogen werden.</p>
<h2>4.</h2>
<p>Welche Krise eigentlich hat Europa im Moment auszustehen? In Anbetracht der realen globalen Verpflichtungen, denen Europa nachkommen muss, ist es eine große Krise. Schulden aber sind Teil von Aushandlungsmechanismen. Sie sind nicht unwichtig oder unerheblich. </p>
<p>Viel wichtiger jedoch ist: Wie geht Europa mit sich selbst um. Welche Zukunfsfähigkeit möchte es sich bewahren oder sogar neu erarbeiten? Wie geht Europa mit Demokratie um, die global so oft als (aus dieser Sicht sinnvolle) gesellschaftliche Organisationsform  dargestellt wird? Welche Investitionen in Bildung werden getätigt und wie sieht Bildung in Zukunft überhaupt aus? </p>
<p>Welche sozialen Verantwortungen übernehmen Staat und Wirtschaft in Europa in Zukunft für die Bürgerinnen und Bürger? Dass es mit der Allianz-Arena nicht getan ist und dass die soziale Marktwirtschaft eine größere Errungenschaft ist, als partielle Engagements darüber besteht ja glücklicherweise im Moment zunächst noch kein relevanter Dissens. </p>
<p>Es fehlt wie es scheint im Moment in den jeweiligen Fachbereichen ein wenig der Mut zur Erkundung und Ausgestaltung von zukunftsfähigen sozialen Perspektiven, auf Basis von klassischen, aufklärerischen und aktuellen Diskursen. Dabei ist Europa so reichhaltig und so voller Optionen. </p>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 20:33:31 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Pop kreiertdenkt, windet, kriecht; dazwischen liebt und wankt, steht einsam an der abbruchschildkultur. Vor allem atmet pop und brennt: im kopf, entzündet sich am lachen, weisen, heulen; fliegt sich durch stumpfe jas und wegens; schmiert farbe über trümmer, zerlegt sich auf der suche in: aalektrisierte sos. Als zeitsprungwegbegleiter, als festhaltding und so; als stop nicht, komm mach weiter, als raumschiff aus dem wo. Für buntideen vom mich. Da steht wer und hier ich. Kreis ruft uns aus dem damals: zur popkultur des lichts: Das popsein eines heute: ist immer wieder sich. </p>
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